Mittwoch, 16. Februar 2011

Fotos für die Ungläubigen ;-)

Unser Führer "Freiheit"

Bier trinken in der "Bar"

Hier haben wir das Gesichtfleisch gespeist. Lekker Restaurant ;-)

Typisches, neueres Townshiphaus von der Regierung gesponsert.

Hier wohnt, mitten in Soweto, der Künstler Solomon Linda. Er hat unteranderem die Melodie von "The Lion sleeps tonight" komponiert. Er wohnte immer in Soweto, ist nicht weggezogen, sondern hat sich nur häuslich etwas verbessert ;-).



Kinder kommen zu Moritz gelaufen und wollen unbedingt auch mal seine Fahrradklingel betätigen :-).

Das Schild hing vor der Bar in der wir rasteten.


Jetzt zum Krüger:



Das Nilpferd frisst tatsächlich nur Grass und wird trotzdem so fett!



4 Monate alt und spielt vor einem Wasserresevat.

Die Mütter mit ihren Jungen auf einem Fels.



Elefant in der Mast. Man sollte ihm nicht zu nahe kommen, wenn einem Leben und Auto etwas wert ist.

Mein persönliches Highlight: Der Gepard!

Pumbas ;-); Warzenschweine, halten sich gerne bei den Zebras auf um nicht selbst gefressen zu werden.

Bei den Potholes.

Am Blyde River Canyon.




 So ich hoffe ihr seid nun besänftigt. Ganz viele libe Grüße, eure Anni.


Dienstag, 15. Februar 2011

Krüger National Park, Soweto und und und :-)

 Hallo an meine Leser,

ja ich hab etwas länger nicht geschrieben, shame on me :-(. War einfach grad ein bisl beschäftigt mit der Vorbereitung des Krüger NP. Musste ja packen und mir dieses Malariaprophylaxepräparat besorgen, arbeiten, schlafen, essen ;-)...Also holt euch ein paar Snacks, dieser Bericht wird etwas länger!

Also ich fang mal Vorne an: Am Sonntag den 6.2. hat Moritz mich abgeholt und mir freundlicher weise ein Eskom croissant zum frühstücken mitgebracht, danke ;-). Er wohnt aucvh bei Eskom und die haben wesentlich besseres Essen als wir hier im Maria Kloppers!! Er bekommt sogar sogar seine Wäsche gewaschen und gebüglt und hat ne Putzfrau...ich hab sowas alles nicht, afür hab ich meine Haustiere, die Kackerlaken ;-).

Dann sind wir mit dem Mietwagen Richtung Soweto und nach Soweto reingefahren zu dem Backpackers welches die Radtouren organisiert. Dort haben wir Marc, seine Schwester und ihren Freund aus Irland und Vera, Marcs deutsche Arbeitskollegin getroffen, mit denne wir verabredet waren.
Haben uns dann alle vom Guide ein Rad und einen tollen Fahrradhelm geben lassen. Der Guide hat uns vor dem Fahren dann noch einiges erklärt und sich vorgestellt. Sein Name war auf Zulu und ich hab ihn leider wieder vergessen, aber ih hab behalten, das er übersetzt auf Deutsch Freiheit heist und er behauptete zum Spass, dass das WM-Lied: "Waving Flags" über ihn handelt und deshalb mussten wir es zum Start alle singen:

 When I get older, I will be stronger
They´ll call me freedom, just like a waving flag...

Zuerst sind wir am Orlando Stadium vorbeigefahren, dieses Stadion wurde zwar nicht zur WM genutzt, da es zu klein ist, ist aber das Heimatstadion der Orlando Pirates, der Fussballmannschaft aus Soweto.
Dann sind wir in ein Hostel gefahren. Aber es ist jetzt nicht so ein Backpackers wie ihr vielleicht denkt, sondern ein Gebiet, in dem früher zu Zeiten der Apardheit nur schwarze Männer ohne ihre Familien leben durften. Die Häuser wurden notdürftig aus Pappe zusammen gezimmert..es leben und schliefen immer 4Männer in einem kleinen Raum, vielleicht so auf 6-7m². Die Männer durften das Hostel nur 2x im Jahr verlassen um Frauen und Kinder zu besuchen, an ostern und Weihnachten... auch heute noch sah das Hostel erbärmlich aus. Es gab keine Straßen, nur Trampelfade. Auf denen Türmte sich der Müll und Menschen liefen mit großen Säcken umher um den Müll einzusammeln. Nicht alleinig aus dem Grund hier sauber zu machen, sondern eher um aus den Rohstoffen noch irgendwie Geld zu machen. Müll der unbrauchbar war wurde einfach in der Wiese verbrannt. Stank sehr stark. In dem Hostel sind wir dann zu einer "Bar" gefahren. Die Bar bestand eigentlich nur aus einem winzigen Häuslein und wir setzten uns auf Steinen davor. Freiheit ging dann zum Fenster und bestellte ein afrikanisches Bier. Er bekam eine runde Holzkugel mit einer milchigen Flüssigkeit und einem Loch oben. Er reichte sie jedem von uns. Bevor man trinken surfte sollte man sie einmal schwenken. Ich musste mich ja wirklich etwas überwinden, habe aber dann mutig getrunken. Es schmeckte überhaupt nicht nach Bier und war wohl auch nicht nach dem Reinhaeitsgebot gebraut ;-)...eher schmeckte es ein bisschen säuerlich, nach Saft und saurer Milch...nicht unbedingt ungenießbar aber gewohnheitsbedürftig :-D.
Danach musste man dann aha sagen um den anderen zu zeigen, dass es einem schmeckte.
Dann fuhren wir weiter durch ein Viertel, in dem die Wohnwellblechhütten standen. Die Menschen haben sich illegal Strom abgezapt, Wohnten zaun an zaun auf engsten Raum. Eine Kanalisation gab es auch nicht und das dreckige Wasser wurde einfach auf den Weg gekippt. Das machte die Luft nicht unbedingt genießbarer zum Atmen. Hier mitten im Dreck spielten die Kinder, kamen angerannt wenn sie uns sahen, winkten uns zu, riefen uns zu, liefen auf uns zu und wollten Hände abklatschen, rannten neben uns her. Einem Mädchen gab ich die Hand und sie rannte eine Weile neben mit her. Dann hielten wir wieder an einer Wellblechbude und dort aßen wir traditionelle Kost aus Soweto. Eine Spezialität, Kuhfleisch aus dem Gesicht. Augen zu und ich biss rein. War aber zugegebener Weise sehr köstlich ;-).
In der Nachbarschaft wurde ein großes Haus errichtet mit unzähligen Wohneinheiten. Es wird demnächst Fertig und dann werden die Familien aus den Hütten dirt einziehen um ein menschenwürdiges Leben führen zu können. Dort bekommen sie fließend Wasser und legalen Strom. Die Miete beträgt 40Rand pro Monat, was umgerechnet 4Euro sind. Das wird dann zur Müllentsorgung und Reinigung des Hostels genutzt. Alles andere wird vom Staat finanziert. WIe ich finde eine gute Sache und das Wohnhaus sah wirklich toll aus, da würde ich auch einziehen :-).
Dann sind wir aus dem Hostel rausgefahren und in die Townships. Die Sahen eigentlich echt ganz nett aus. Die straßen waren geterrt und jeder hatte ein kleines Häuschen mit Vorgarten. Die kleinen Häuser wurden ebenfalls von der Regierung errichtet. Hinten links oder rechts stand im Garten ein kleines Toilettenhäuschen. Wir fuhren am Hector Pieterson Museum und am Pietersen Denkmal vorrüber. Hektor Pietersn wurde bei den Studentenprotesten in Soweto, gegen die Apardheit, von der Polizei zusammen mit 500 anderen Schülern und Studenten erschossen. Er war mit 12Jahren der Jüngste. Das ist wirklich eine traurige Geschichte.
Wir fuhren noch zu dem Haus in dem Nelson Mandela wohnte und hatten Lunch in einem kleinen Restaurant. Wieder eine sowetonische Spezialität. Eine dicke ausgehöhlte Scheibe Toast, darin Pommes, ein Spiegelei, zwei Scheiben warme Salami und eine Scheibe Käse, darüber Ketch up. Wirklich merkwürdig!!
Nach der Radtour fuhren wir in ein Cafe und aßen und tranken richtiges Essen ;-). Dabei stoß noch Veras Freund hinzu. Vera ist seit 4 1/2 Jahren in Johannesburg, eigentlich wollte sie nur 6Monate hier studieren, ist dann zur Diplomarbeit aber noch weiter hiergeblieben und dann hat sie sich hier auch beworben um zu arbeiten. Arbeitet jetzt in der selben Bank in der Marc sein Praktikum macht. Sie hat aber nun nach all den Jahren totales Heimweh und will ganz schnell zurück nach Deutschland. Sie war über Weihnachten mit ihrem Freund (Südafrikaner)in Deutschland. Er war sofort total begeistert und will jetzt auch nach Deutschland. Sein absolutes Highlight war unser ICE. Er hat sogar ein Foto mit sich und dem Zug auf seinem Handy und zeigte es uns. Wow, so fast. I tried to shot the train, but wenn I took the picture the train was already gone, wusch...! WoW. Er kam gar nicht aus dem staunen raus, so begeistert war er! Kaum vorstellbar und wie ich fande sehr amüssant. Dem Deutschen fällt zum Thema ICE nur ein: kaputte Klimaanlage, kaputte Achsen, Verspätung....Das zeigt einem doch, wie hoch entwickelt Deutschland ist und wie wir immer auf sehr hohen Niveau uns beklagen können.
Jetzt lernt er deutsch und wartet auf sein Visum und eine Arbeitserlaubnis.

Jaa, und jetzt zum 2. Teil: KRÜGER!!!

Am Donnerstag morgen um halb sieben fuhr Richard, unser Fahrer mich nach Benoni zum Lakeshotel wo wir unsere Reise starten sollten. Dort standen einige Leutchen rum und dann sprach ich erstmal jemanden an, ob ich hier richtig bin für die Krügertour. So lernte ich Patty kennen. Eine Südafrikanerin zwischen 60 und 65 (geschätzt) die auch in einem Kidnerheim in Joburg wohnt, Maria of Peace ist der Name des Heims. Es liegt im Norden der Stadt und Pat kannte sogar mein Kinderheim. Sie hatte es vor Jahren mal besucht und fand es ganz schrecklich, die atmosphere muss hier wohl nicht so berauschend gewesen sein damals. Aber ich erzählte ihr das es heute ein wirklich schönes, liebesvolles Heim ist. Pat war von daan meine Weggefährtin. Wir unterhielten uns das ganze We über Gott, Religion und die Welt. Pat ist nämlich von der evangelischen in die katholische Kirche konvertiert, da ja die evangelische nur von Luther gemacht ist und die katholische die einzig, richtige, ursprüngliche kirche sei und war auch zu anfang begeistert, dass ich auch katholisch bin. Aber sie merkte schnell, dass ich nicht so katholisch bin, wie sie ;-) und ja hatten ein paar gute Gespräche über Glauben, den Papst, HIV etc pp.
Dann waren noch 3 Franzosen, ein deutsches Päarchen, Pilot und Flugbegleiterin von der Lufthansa und ein deutschsprechender Italiener Names Uli in unserer Truppe. Eric und Mat waren unsere zwei Guides und wir fuhren in einem Truck in das Kwa Madwala Game Reserve, in der Nähe des Krüger NP. Abends tanzten Tänzerinnen aus Swasiland um die Feuerstelle. Dann machten wir abends eine Nachtfahrt und sahen eine Babygiraffe, eine Eule, unzählige Riesenspinnen mit Haaren an den Beinen, ein Kudu, Krokodile in einer Krokofarm und in Nashorn. Alles in allem waren wir in den drei Stunden nicht so erfolgreich. Am nächsten morgen sind wir dann mit dem Ranger zu einem Bushwalk losgezogen. Falls wir angeriffen würden, hatte er ein Gewehr dabei. Haben dann im See ien Nilpferd mit Kind gesehen und am Ende des Walks auch mindesten 7-8 Girafen. Konnten bis zu zehn Meter an sie heran treten und sie fotografieren. Es ist wirklich ein magischer Augenblick, wenn man so nah vor diesen großen, anmutigen Tieren steht! Er erklärte uns noch eine Menge über die Bäume und Pfanzen, welche man als Zahnbürste benutzen kann und welche als Klopapier, mit welchen man gut angeln kann, da sie giftig sind, man müsste dann halt bei den Fischen Kopf und Innerreien entfernen. Dann hatten wir noch eine Interaktion mit Elefanten. Wir durften sie streicheln, sie machten ein paar Kunststücke und wir durften sie füttern.
Danach fihren wir weiter zum Krüger NP. Dort sahen wir sofort wieder Elefanten und Nilpferde. Die Elefanten überquerten direkt vor unserem Truck die Strasse. Manchmal war ein jungelefant dabei. Auf dem Weg zum Camp sahen wir außerdem noch Zebras, Antilopen, Nashörner, Kudus, Warzenschweine (Puma aus König der Löwen) und einen grasenden Büffel. Wir campten im Pretoriuscamp hatten dort sogar einen Pool eingelassen in einen Felsen. Am nächsten Tag fuhren wir schon um sechs Uhr in der Früh los zur nächsten Safari mit Kurt. Kurt fuhr uns zu einer Stelle, an der wir Löwen mit 4 Monate alten Jungen zusammen mit Nashörnern sehen konnten. Eigentlich hatte wir nur die Nashörner erwartet, doch als Kurt in den Busch fuhr, sahen wir wie sich in der Lichtung die Löwen aus einem Fels räckelten. Kurt meinte wir wäre sehr lucky, denn er hätte die Löwen schon seit 3 Monaten nicht mehr gesehen! Dann machten wir uns auf die Suche nach einer Büffelherde und den Leoparden. In Südafrika gibt es die berühmt berüchtigten BIG 5. Dazu gehören der Elefant, das Nashorn, der Büffel, der Löwe und der Leopard. Das sind die gefährlichsten Tiere im Land und das bemisst sich daran, dass sie im Jahr die meisten Menschen töten.
Leider haben wir weder die Büffel noch einen Leopard gesehen. Dafür aber einen Gepard. Er lief nur 2 Meter entfernt neben mir am Jeep vorbei. Ich hatte ja schon ein bisl angst, dass er bei zu uns in den Jeep hüpft, denn es war ein offenens Vehikel. Hat er aber nicht gemacht. Nach einer Weile ist er dann wieder ins hohe Gras gehopst und war verschwunden. Haben an dem Tag noch unzählige Elefanten, Zebras, Antilopen, ein Cameleon, Warzenschweine, Giraffen, Affen, Nashörner und viele Tiere mehr entdecken können. Den Nachmittag verbrachten wir zum relaxen im Camp. Allerdings war da nichts mit Ruhe genießen. Denn wir hatten die ganze Affenbande im Camp, die andauernt versuchte in unserem Truck das Essen zu klauen und wir waren very busy damit sie zu verscheuchen. Die Affen zu füttern ist strengstens verboten. Denn gibt man ihnen Futter heißt das, dass man sich ihnen unterwirft, unterwirft man sich ihnen, werden sie frech und ungehalten. Ist ihnen somit hilflos ausgeliefert und absolutes Freiwild.
Am sonntag brachen wir wieder früh auf und fuhren zum Blyde River Canyon. Er ist der 3. größte Canyon der Welt aber auch der grünste der Welt. Vom Aussichtspunkt guckt man auf die 3 Rondavels. Das sind 3 nebeneinanderstehende Berge die ganz spitz sind und aussehen wie die traditionellen Runden Häuser der Xhosastämme. Leider waren sie von den Wolken verhangen, sodass wir sie kaum zu Gesicht bekamen. Dann ging es noch zu den Potholes. Das ist ein kleiner Wasserfall, an dem sich 2 Flüsse treffen. Sehr schönes Naturschauspiel!!
Um 16Uhr waren wir dann völlig erschöpft wieder in Joburg und ich wurde von Ernesta, unserer Heimleitung und ihrem Mann abgeholt. Wir aßen noch ein Eis und dann war ich auch schon wieder "zuhause" :-).

Ja und gestern feierten wir dann noch den Valetinestag ein bisl in unserer kleinen WG. Hörten laute Musik und aßen Obstsalat. Aletta tanzte und forderte mich und Sarah auch immer wieder zum tanzen auf. Aber gegen den Rhytmus den ein Südafrikaner im Blut hat, kann man als deutscher wirklich nicht anstinken :-).

Heute hat uns dann auch ein Kind von den Toddlern verlassen. Sie darf zurück zu ihrer Mama. Zum Abschied beteten wir im Kreis für sie und das Glück, dass wir sie bei uns haben dürften. Am Donnerstag wird uns Zuma dann auch verlassen. Sie wird adoptiert. 2Mal war ihre neue Adoptivmutti schon da. Aber Zuma will mit ihr nichts zu tun haben. Zuma hat nämlich Angst vor allen möglichen Sachen. Vor Männern, vor Geräuschen z.B. wenn die Dacharbeiter übers Dach latschen oder ich die Couch verschiebe um die Vorhänge zuzuziehen, vor Kuscheltieren und eben auch vor Fremden. Ich hoffe wirklich, dass es am Donnerstag nicht so schlimm für sie wird. Ich hab ja schon berichtet wie ich mit ihr beim Arzt war, das war ja auch so ein heiden Theater ;-).
Heute ist auch schon ein neues Kind, ein Junge, angekommen. Werde ihn nach der Pause kennenlernen. Ist aber wirklich gut, das wir nun einen Jungen bekommen haben, somit ist nämlich Heinrich nicht mehr der Hahn im Korb, der einzige Junge unter neun Mädchen :-)...Übrigends lerne ich grade fleißig Afrikaans. Höre mir die Wörter bei meinen Kolleginnen ab und es ist wirklich spaßig! Vieles ist auch gleich mit dem Deutschen, wie Z.B. "Komm her". Childcareworker sind Kinderversorger, Lekker ist ein Wort für schön, also kann das Essen lekker sein, aber auch die Hose die man an hat oder das Wetter, lekker weather, sehr witzig ;-).  Wenn die Kinder sich aus ihrem Raum in den Babraum verziehen, ruft man zum Beispiel "Hais toe" was dann soviel heißt wie "Go Home", so hat man es mir jedenfalls erklärt. Ich glaube wenn man hier für länger ist, kann man die Sprache schnell lernen, da sie dem Deutschen und dem Englischen ähnelt und gramatisch keine große Herausforderung ist. Es gibt nur eine Gegenwart, eine Vergangenheit und eine Zukunft. Der Satzbau ist einfach. Wenn sie langsam sprechen versteh ich sie sogar ein wenig. Leider überschlagen sich die meisten beim sprechen.

Joa, so sieht es hier bei mir aus! Die Sonne scheint schön und es ist warm! Geregnet hat es nun Gott sei Dank schon etwas länger nicht mehr. Werde nun meine Pause noch zum Einkaufen in der Rockeystreet nutzen.

Fotos werde ich noch einfügen.
Ich hoffe euch geht es allen gut, freu mich immer wenn ihr mir Kommentare im Gästebuch hinterlasst. Viele Grüße aus Johannesburg!

Eure Anni

Sonntag, 30. Januar 2011

Lesotho

Am Freitag arbeitete ich schon früher am Morgen, damit ich um 16uhr Feierabend machen konnte. Moritz, macht ein Praktikum bei eskom dem südafrikanischen Stromversorger, holte mich gegen 17hr ab. Wir trafen uns noch mit Sabrina, die bei Hertling arbeitet und für 2 jahre hierher versetzt wurde und Marc, der ein Praktikum in einer Bank macht.

Um 18uhr fuhren wir los und übernachteten dann in Mooi River, wo wir gegen 22Uhr eintrudelten. Es war eine alte Lodge, auf der man Reiten kann etc. Früh morgens fuhren wir weiter Richtung Lesotho. Lesotho ist ein eigenständiges Land, umschlossen von Südafrika und wird auch "Kindom in the Sky" genannt, da es hier noch einen König gibt. Lesotho ist sehr, sehr bergig und wir wollten über den Sani-Pass ins Land einreisen. Der Sanipass ist steil und die Straße ist nicht asphaltiert. Wir hatten uns einen Daihatsu-Geländewagen gemietet mit Allrad antrieb. Aber auch der geriet an einer kniffeligen Stelle an seine Grenzen...wir bekammen das Auto einfach nicht die Serpentine hinauf, bauten Steine unter die Räder, rolllten rückwärts und nahmen Anlauf. Das Problem war einfach das große Brocken von Geröll auf der "Strasse" lagen...












Aber nach ein paar mal kräftig schieben, hat Moritz den Daihatsu aus dem Krisengebiet gefahren. Nach ein paar Minuten waren wir dann oben und hatten einen gigantischen Ausblick über die satt, grünen Drakensberge, die sehr grün sind. Haben dann oben im höchsten Pub Afrikas erstmal ein Bier, bzw. Fanta getrunken!!
Am Rande der Terasse spielte ein "Lesothoiander"bzw. ein Sotho, wie man sie nennt, auf einem Zupfgerät leise Töne. Wir gaben ihm ein paar Rand und ich machte ein Foto von ihm. Er trägt die traditionelle Tracht. Eine Wolldecke und Gummistiefel, je bunter die Wolldecke ist, desto mehr hat der Sothomann in seinem Dorf zu sagen.
Dann fuhren wir weiter Richtung Semonkong, wo wir eine Logde für die Nacht beziehen und einen Ponytrek durch die Berge machen wollten. Leider mussten wir feststellen, dass es genauso holprig weiter ging wie über Pass. Die Straßen waren weder befestigt, noch von Geröll befreit. Unsere Geschwindigkeit wurde somit auf 20 - 30 kmh beschränkt, aber dies bescherte uns Blicke in die unglaublich weiten Täler der Drakensberge, Einblicke in das Leben der Dorfbewohner. Kinder bettelten uns nach Süßigkeiten an und bewarfen uns mit Steinen. Da im Reiseführer stand, man solle die Bettelei nicht unterstützen, da dies dem Land auf lange Sicht keinen Fortschritt ermöglicht, beliesen wir es bei dem einem Bettler am Pub, dem wir Geld zusteckten!

Der Weg zur Logde zog sich einige Stunden in die Länge und führte uns einige mal über einen Fluß. Das Wasser war bereits so hoch gestiegen, durch die Regenfälle der letzten 2 Wochen, dass die Brücken schon geflutet waren. Aber es war trotzdem noch kein Problem sie zu passieren! Dann aber kamen wir an eine Brücke, die nicht mehr passierbar war und selbst die Einheimischen kehrten um, als sie die Brücke sahen.
Jetzt mussten wir 60km zurück fahren um eine andere Abzweigung zu nehmen und es wurde auch allmählich dunkel! Marc und Sabrina machten sich vor allem Sorgen, dass der Sprit nicht ausreichen könnte, da wir in ganz Lesotho noch keine einzige Tanke gesehen haben. So fuhren wir dann durch die Dunkelheit und plötzlich bremste Moritz das Auto: "Guckt euch das an!" Wir stiegen aus und starrten in den Sternenhimmel. Die Nacht war so klar und ohne Lichtsmok, dass der ganze Himmel erleuchtet war von Sternen. Wir konnten sogar die Milchstrasse in ihrem weißen Nebel sehen! Es war wirklich ein absoluter Wahnsinnshimmel!! Wir fuhren noch ein ganzes Stück durch die Nacht und als wir die Kreuzung nach 60kmh vier Stunden später erreichten wurde die Strasse auch besser und war sogar asphaltiert. Wir fanden sogar nachts noch eine Tanksäule, alt, gammlig, voll spinnenweben in einem Holzverschlag, aber scheinbar funktionstüchtig. Leider gelang es uns nicht, den Tankwart in seiner Wellblechhütte zu wecken...also beschlossen wir doch weiter zu fahren, ca. 23Uhr! Leider war das auch das Ende der guten Straße. Zwar war sie weiter Asphaltiert, aber übersät mit Schlaglöchern die meiner Meinung nach mind. einen halben Meter tief waren. Vor Erschöpfung schlief ich immer wieder ein ..die anderen wechselten sich mit dem Fahren ab. Sabrina wurde auch nochmal so richtig schlecht, dass wir nochmal halten mussten. Ausserdem beschlossen wir nicht mehr nach Semonkong, sondern in Richtung Hauptstadt Maseru zu fahren, da dies deutlich näher war.

Gegen 2Uhr stellten wir dann den Daihatsu an den Straßenrand und schließen. Marc legte sich sogar mit dem Schlafsack nach draußen und so konnte ich mich auf der Rückbank breit machen. Gegen 5Uhr wachten wir aber alle auf, weil die Sonne aufging und es furchtbar hell wurde! Ich hatte Nackenschmerzen!

Wir fuhren los über die Brücke vor uns und dahinter lag eine Tankstelle, Open 24h :-). Haben also erstmal ordentlich vollgetankt und düsten dann durch eine Stadt hindurch, deren Namen mir nichts sagte, Richtung Hauptstadt.
Um 8Uhr kamen wir in Maseru an. Laut, stinkig, dreckig, speckig, voll mit Menschen... Man sieht Lesotho an, das es ein sehr armes Land ist! Wir suchten ein Kaffee, bekamen etwas ganz starkes :) und dann machten wir uns auf dem Heimweg!
Trotz, dass es mit dem Ponytrek nicht geklappt hat, war es die Reise wert. Allein die Dörfer mit ihren Rondavels, runde Häuser mit Strohdach, Hühnern, spielenden Kindern und lachenden Menschen hab ich mir so gerne angeschaut!! Auch wenn manche bettelten, hatten die meisten Menschen für uns immer ein lächeln auf dem Lippen und winkten uns zu und wir winkten zurück. Das Land scheint in seiner Entwicklung stehen zu bleiben und so war es für uns wie eine Reise in die Vergangenheit. Männer trieben ihre Rinder über die Felder, die einen Flug hinter sich herzogen. Vollbeladenen Esel marschierten vor uns auf der Straße und die Sothomänner reiten auf dem Pferd um sich fortzubewegen, eingewickelt in ihrer Wolldenke, die ihren Status im Dorf verrät. Die Frauen hüteten Kinder, Haus und Hof! Denoch gab es in den Dörfen immer eine Grundschule, ein kleines Steinhaus und Brunnen, an denen ein Schild stand, dass dieser  von der EU gesponsert wurde.

Wirklich sehr imposant und ich kann jeden einen Ausflug in dieses Land empfehlen bzw. nur anraten!

Was gabs sonst noch von der Woche? Ja am Donnerstag kam Anja, die andere Praktikantin, von ihrer Südafrikarundreise zurück, arbeitete ein letztes mal mit den Kindern und war auch sehr traurig, dass sie nun nach Hause fährt! Also saßen wir abends noch gemeinsam am Pool und tranken Wein. Sandra und Anja, sowie ihr Freund, der sie auf der Rundreise begleitete und gemeinsam mit ihr zurückflog spielten zusammen mit Fly, der übrigends Sly heißt, ein komisches Kartenspiel. Sandra verlor und musste zur Strafe in den Pool springen. Was sie dann auch wirklich tat. Sehr witzig...Sly verlor danach, sprang aber nicht in den Pool, zierte sich und musste stattdessen 3Gläser Wein exen, das Ganze dann sogar 2mal ;-).

Um zwei Uhr nachts landete ich dann auch angeschäkert vom Wein im Bett und musste am Freitag um 7Uhr anfangen zu arbeiten, damit ich rechtzeitig vor dem Lesothotripp frei machen konnte. Ihr könnt euch sicher vorstellen wie müde ich war! Aber die anderen Childcareworker hat es amüsert und sie haben es verstanden, bzw. sogar gutgeheißen, dass wir Anja ordentlich verabschiedet haben.

Joa, sonst gabs nicht spannendes zu Berichten. Ausser, dass ich mich immer mehr bei den Kleinkindern durchsetzen kann, ein paar Wörter Afrikaans gelernt habe, damit sie auf mich hören und somit die Arbeit immer mehr zum Vergnügen wird, da sie dadurch ja auch einfacher ist. Morgen startet die neue Woche und ich bin gespannt, was sie so mit sich bringt!

Schreibt mir mal wieder ins Gästebuch!

Ich umamre euch!! Lots of Love!!! Eure Anni

Dienstag, 25. Januar 2011

Eastgate, Zoo Lake, Hillbrow, Big Shoes

Das sind die Orte, die ich in den letzten Tagen außerhalb des Kindereims gesehen habe...



Mein Wochenende war eigentlich ziemlich langweilig. Am Freitag bin ich wirklich sehr zeitig so gegen 22Uhr schlafen gegangen und am Samstag sind Sarah und ich dann nach Eastgate, der Shopping Mall, aufgebrochen.

Hatte eigentlich eine lange Einkaufsliste...Habe mir, um hier nicht noch zu verhungern, ein paar Lebensmittel besorgt. Dann wollte ich meine restlichen Euros hier in der Wechselstube umtauschen. Hatte auch nicht viele Rand eingepackt. In der Wechselstube wollte man mir aber mein Geld nicht wechseln, da ich meinen Reisepass nicht dabei hatte. Dieses Land steht Deutschland in Sachen Bürokratie in nichts nach. Alles muss hier immer notiert, aufgeschrieben werden und seine Richtigkeit haben.

Somit war das Einkaufsvergnügen bei mir also auch auf die Lebensmittel beschränkt geblieben.

Am Sonntag nachmittag hat Erich, ein Deutscher der auch mit dem DSJW wie ich hier ist, hat mich am Sonntag nachmittag dann zusammen mit seinem südafrikansichen Onkel zum Hitballspielen im Zoo Lake Park abgeholt. Erich ist in Südafrika geboren, seine Mutter ist Südafrikanerin, sein Vater deutscher. Nach dem 9.Lebensjahr hat er Südafrika verlassen und hat in der Türkei und danach in Deutschland gelebt. Jetzt ist er sozusagen wieder zu seinen Wurzeln zurückgekehrt. Sein Onkel und seine Oma wohnen nicht weit von meinem Heim entfernt.

Hitball ist ein Ballsport. Der Ball ist mit einer Gummileine an einem Netz befestigt und Ziel des Spieles ist es die Spieler des gegnerischen Teams abzuschießen. Nur berühungen an Unterarmen und Unterschenkeln zählen nicht. Ich hab nicht mitgespielt, auch wenn mir alle versicherten das es nicht so weh tut wie es ausschaut. Es waren noch Freunde des Onkels dabei, die mitspielten. Diesmal war ich nur unter Weißen.

Der Onkel fragte mich ziemlich viel über meine Arbeit und was ich schon so alles von Joburg gesehen habe. Naja und das war jetzt mit dem Flughafen, Eastgate und der Rockeystreet nicht grade eine Menge.

Also beschloß er den Rückweg mit einer Sightseeingtour zu verbinden...Wir fuhren von Rosebank, wo der Park liegt, Richtung Melville, dem Innenstadtviertel. Melville ist zwar die Innenstadt, sie hat aber seit dem Ende der Apartheid nicht mehr viel zu bieten. Wir fuhren durch Häuserschluchten.Die Wolkenkratzer sind groß, grau und hässlich. Ausser ein paar Imbussbuden gab es hier wirklich nichts zu besichtigen. Die Gebäude seien jetzt zumeist Bürokomplexe, die früher ansäßigen Firmen, Banken, Geschäfte flohen in die nördlichen Vororte von Johannesburg, zum Beispiel nach Sandton. Mit dem Ende der Apartheid, strömte die bis dato in die Randbezirke ausgelagerte Schwarze Bevölkerung aus den Townships, vergleichbar mit den Pavellas in Rio, in die Innenstadtbezirke. Die Kriminalität der zumeist mittellosen schwarzen Bürger vertrieb, wie beschrieben, die Weißen und die Unternehmen, Geschäfte etc.

Nach Melville folgte dann Hillbrow. Hillbrow muss früher auch ein netteres Wohnviertel gewesen sein. Der Onkel, leider vergaß ich seinen Namen, sei als Kind hier groß geworden. Hillbrow besteht aus 2Straßenzügen mit riesigen Wolkenkratzern mit was weiß ich wie vielen Stockwerken! Jede Wohnug schien einen Balkon zu haben. Aber diese waren nicht schön, es lag Müll drauf. Die Fenster waren dreckig und bestimmt seid Jahren nicht mehr geputzt. Von ihnen hingen lieblose Gardinenfetzen in den Fenstern, deren einziger Zweck es wohl ist, Blicke in die Wohnung zu verwehren. Also dekorative Zwecke haben sie sicher nicht mehr! Alles war grau! Die Strasse, die Häuser. Unten im Erdgeschoss der Gebäude reihten sich ein Shop nach dem nächsten, alle vollgestopft mit Schwarzen. Die Straßen quollen über und über an Menschenmassen, die kreuz und quer über Straße und Bürgersteige latschten.
Früher waren hier nette Geschäfte und schöne Straßencafes, sagte der Onkel. Heute musst du für einen guten Kaffee bis Rosebank fahren, fügte er hinzu. Dann zeigte er mir noch wie Südafrikaner aussehen, vor denen man sich nicht fürchten muss. Sie sind sehr schlank und haben schmale Gesichter. Aber wenn mir ein Nigerianer oder Kongolese entgegen käme, dann müsse ich aufpassen. Die sind viel größer und bulliger, haben breite Schultern und viel mehr Muskeln, dazu ein breites Gesicht, breite Wangenknochen. Das sind hier die Einwanderer, die hierher kommen um Geld zu verdienen und es ihrer Familie nach Hause schicken. Alle diese Jungs machen Buisness hier. D.h. sie kaufen ein Schrottauto, tüffeln irgendwas dran und verkaufen es für mehr Geld wieder etc. Ausserdem rauben sie ganz gerne mal Touristen oder Weiße aus, die nach Geld aussehen.(Ich möchte an dieser Stelle hinzufügen, dass ich keine rassistischen Bemerkungen machte,ledlich wiedergebe was man mir erzählt hat). Er sagte mir ich dürfe niemals eine Handtasche tragen, denn die könne man mir entreißen und damit schnell wegrennen und Schmuck solle ich auch nicht tragen, denn das sind alles Risiken, die ich eingehe um eventuell Opfer eines Raubüberfalls zu werden. Also Keine Handtasche, Kein Schmuck! Ziemlich frauenunfreundliche Stadt wenn ich mich fragt ;-). Und eine Camera mit mir mitzuführen würde mich auch sofort als Touri outen :-(. Wobei ich hier gerne soviel fotografieren würde.
Also diese Rundfahrt war wirklich beeindruckend und ich war wirklich ein bisl nervös, als wir durch die Menschen fuhren. Mein Herz klopfte, als ich anfing mir Sachen auszumalen, wie z.B. dass der Onkel sagt: "so nun steig aus und seh zu wie du heim kommst!" Ist natürlich nicht passiert ;-)

Ja was mir auch noch so auffällt, wenn ich zum Beispiel mal mit den Kids zum Arzt fahre, oder wir mit dem Minibus zu Mall rollen, ist dass nahezu an jeder Strassenkreuzung männer mit irgendeinem Schund auf der Straße stehen und ihn bei den bei rot anhaltenden Autofahrern verkaufen wollen. Plastikwindräder, Healthsbags, CDs, DVDs. Als wir letztes WE zur Mall fahren, sahen wir wie ein Auto anhielt, die Scheibe runterdrehte und einen Stapel von ungefähr 20CDs entgegen nahm, einen Geldschein überreichte und weiterfuhr. Das war bestimmt eine Vorbestellung, dachten wir uns ;-)...Wer weiß, was in den CD-Hüllen letztenendes tatsächlich drin war!

Gestern waren wir dann mit 2 von unseren Kurzen bei Big Shoes. Das ist eine Organisation, die sich um Kinder im Adoptionsverfahren kümmert. Unsere beiden wurden erstmal gesundheitlich voll durchgecheckt. Für die Kleine (8Wochen) gibt es waerscheinlich schon Eltern. Für die Große die wir dabei hatten, 18Monate, wohl noch nicht. Im Warteraum hing die ganze Wand voll mit Kindern die Adoptiert worden sind, die meisten davon gingen nach Luxenburg, Belgien, Deutschland oder eben Südafrika.
Unser Baby hat auch alles brav über sich ergehen lassen. Zuma, die Große, hat so ein Theater gemacht, dass sie sich nur auf meinem Schoss untersuchen lassen wollte. Ziemlich anstregend, aber nach einer Weile konnte die Ärztin alle ihre Tests fertigstellen. Als ich Zuma auf dem Gang wieder anziehen wollte, rasstete sie immer wieder völlig aus, wenn die Ärztin über den Gang kam. Hinterher war sie so kaputt, dass sie im Auto auf meinem Schoss, kindersitze gibts ja nicht, vor Erschöpfung einschlief.

Morgen muss ich Joey, unsere medizinische Koordinatorin, wieder mit zwei Kids in eine Klinik begleiten. Weiß aber grad noch nicht in welche, und warum. Vielleicht geht es auch einfach wieder ein paar Straßen weiter in die Bretterbude ;)
Ich hoffe ich höre, bald wieder was von euch, bin nämlich momentan ein bisl Homepeoplesick :)...

Ansonsten gehts mir aber Prima. Am Freitag fahr ich mit 3 anderen Deutschen nach Lesotho, das ist ein Land innerhalb von Südafrika, dort werden wir die Drakensberge erklimmen und einen Ponytrek machen, außerdem gucken wir uns Maseru, die Hauptstadt an. Dann werd ich nach dem nächsten WE bestimmt wieder mehr zu erzählen haben.

Ganz ganz viele liebe Grüße!

Eure Anni

Mittwoch, 19. Januar 2011

The Weekend

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

nachdem ihr hoffentlich einen Blick auf meine Fotos geworfen habt, möchte ich von meinem Wochenende erzählen...
Am Freitag war eigentlich gar nichts los und wir sind ziemlich früh schlafen gegangen.
Am Samstag sind wir dann zur Rockey Street gelaufen und haben von dort ein Minibus-Taxi genommen (das sind die VW-Busartigen Autos, die voll mit Menschen sind. Man fragt also wo ein Taxi hinfährt, quetscht sich hinein, zahlt einen Betrag so zwischen 7 und 10Rand, wir haben 7,5 also ca. 75eurocent bezahlt, reicht das Geld dem Fahrer vorne und sagt für wieviele Personen, der Beifahrer, auch ein Passagier, muss immer das Geld zählen, also besser nicht vorne hinsetzen! joa und dann geht die Fahrt los, will man früher raus muss man schreien und das Taxi hält an).
Wir sind bis zur Endstation nach Eastgate mitgefahren. Eastgate ist angeblich die größte Shoppingmall in South Afrika, zumindest werben sie damit. Es ist halt eine art Centro. Viele bekannte Shops habe ich nicht gesehen. Nur Mango und Fossil. Bei Mr Price habe ich mir ne Strandtasche gekauft und im Cell C Shop eine Prepaid Karte fürs Handy. Hab also nur ne afrikanische Handykarte. Leider funktioniert die nicht nach E plus. Blöder Nachteil, aber der Mann am Tresen meinte sie hätten mit Eplus keinen Kontrakt oder so.

Abends haben wir dann ein bisl Wein getrunken und Sandra, eine Südafrikanerin aus meiner WG, hatte Besuch von ein paar Jungs aus der Stadt und Wilma, die ebenfalls für Abraham Kriel arbeit, aber in Langlaagte Campus, dort sind die "Schwererziehbaren" untergebracht sind, sowie ihr Freund Fly. Die Afrikaner haben dann ziemlich abgefeiert und getanzt. Und ich sag euch, die haben Blues im Blut und tanzen echt gut.
Zu späterer Zeit sind wie drei Deutschen dann mit Sandra, Wilma und Fly ein paar Straßen vom Heim entfernt in eine Bar gegangen. Wilma sagte zu mir. "Anja, this here ist real Africa"! und das wars auch. Die Bar war aus angemaltem, buntem Wellblech zusammengezimmert. Es hab zwei Thekenbereich in zwei kleinen Häusern und draußen konnte man auf kaputten Stühlen oder Colakästen platznehmen. Die Barbesucher tanzten rhytmisch zu einer art Township-HipHop oder so, spielten Billiard oder Kicker.

 Wir waren übrigends die einzigen Weißen, aber dank unserer Schwarzen Begleitung sehr sicher. Nach einer Weile sprach mich ein ziemlich alter Rasta-Mann an, der wohl zuviel getrunken oder gekifft hatte und erzählte mir, seine Vorfahren seien und Schlangen und er selbst, habe schonmal 3Jahre unter Wasser gelebt, denn er könne unter Wasser atmen. Dann würde er etwas wütend und meinte, weißt du was mich richtig sauer macht? Wenn es regnet, werden alle Menschen naß, but not even me..Er würde immer trocken bleiben. Ich sagte ihm, dass das doch toll sei, so was würde ich auch gerne können. Aber er verstand mich nicht. Für ihn war das ganz schlimm. Ich habe immer versucht ihn los zu werden. Aber er bliebt hartnäckig und stupste mich für jede Geschichte, die er erzählen wollte, neu an...Irgendwann half mir Fly , der das übrigends ganz amüsant fand, und verscheuchte ihn.
Gegen 2Uhr nachts waren wir dann wieder sicher zuhause. Ich hatte schon Angst, dass uns was auf dem Rückweg passieren könnte, schließlich soll man ja nicht nachts auf der Straße sein, in einer der gefährlichsten Städte der Welt.
Ging aber wieder dank Fly, Wilma und Sandra, die viele aus unserem Viertel kennen ohne Zwischenfall gut!
Am Sonntag haben wir dann eigentlich nur gechillt und abends Rabea zum Flughafen gefahren. Sie war wirklich traurig und wollte gar nicht gerne heim.

Joa und die Woche ist wieder busy mit den Kids. Gestern war ich mit Agnes, einer Mitarbeiterin und 4 Kids zur Untersuchung in der Klinik. Also ich dachte wir würden in ein Krankenhaus fahren. Aber es stellte sich heraus, dass die Clinic aus 2 kleinen Häusern besteht. Das eine Haus war eine Art Gartenlaube aus Holz vor dem ca. 25 Afrikaner in einer Schlange standen um behandelt zu werden. Wir gingen auf ein größeres Steinhaus zu. Es war vollgestopft mit mind. 100Mamis mit ihren Babys bzw. Kindern auf dem Schoß. Man musste eine Nr. ziehen und dann ganz laaaange warten. Dann gab es noch eine Theke, wo nach der Behandlung sofort bezahlt wurde. Immerhin ging eine Frau die Reihen der Wartenden ab und verteilte Süßigkeiten ;-).
Gott sei Danke sagte Agnes dann, dass wir vom Maria Kloppers nicht warten müssen, unsere Kinder kamen ziemlich schnell dran und das war auch gut so ;) ich hatte noch nicht gefrühstückt ;). Die Babys waren alle friedlich, nur die vierjährige hat zwischen durch in die Hose gepieselt...
Ach ja...hingekommen sind wir mit unserem eigenen VW-Bus. Ein Fahrer vom Heim fuhr uns. Ich setze mich hinten rein und Agnes reichte mir die 2 Babys. Ich hatte sie während der ganzen Fahrt ungesichert auf dem Schoß, eins 2Monate, eins 4Monate alt. Gott sei dank hat keins von beiden während der Fahrt gekotzt ;-).
Ja, wirklich unvorstellbar. So was erlebt man hier, im zivilisierten Afrika noch ;-). In Deutschland würde man verhaftet ;-)

Heute ist Mittwoch und die Woche war schon sehr anstrengend bis jetzt. Die Babys schreien diese Woche sehr viel und halten einen auf trapp. Ein haste auf dem Arm und gleichzeitig reicht man dem nächsten die Flasche und ein drittes, welches vor einem im Maxikosi liegt, schaukelt man mit dem Fuß an. ;-)...Aber manchmal, da schlafen sie auch alle gleichzeitig, ganz friedlich!!

Was macht ihr so im verregneten Deutschland? Heute ist endlich nach Tagen hier mal wieder die Sonne durchgekommen, aber es ist immer noch sehr bewölkt. Hoffentlich wirds besser...

Lots of Love
Eure Anni

Montag, 17. Januar 2011

Erste Impressionen

In den Straßen Joburgs, aus dem Auto raus fotografiert!
 

Vogelnest vor meinem Zimmerfenster

 Die Feuerleiter ;) unser Balkon!
 Wohnzimmer, es weihnachtet noch sehr!
 Blick von der Feuerleiter auf Yeoville...
 Mein bescheidenes Reich...
 Die WG-Küche...
 Smangele und Anele
 Thembakazi
 Precious
 Numfundo und Caroline
 Eddye
 Mpoh, lernt grade fleißig laufen...
 und Yav...mein Baby!!